Archive for the ‘Sprachliche Kuriositäten’ Category

KuriosRechtSchreiBung

Mittwoch, April 8th, 2009

Mein Netzfundstück des Jahres, und dabei ist das Jahr ja noch nicht mal halb rum, ist jetzt schon der Internetauftritt unter Ext. Link www.wirtschaftsbotschafter.com.

Es ist Java zum Anzeigen der Seite erforderlich, deshalb hier mal ein Ausschnitt für diejenigen, die Java für fremde Webseiten nicht erlauben:

www.wirtschaftsbotschafter.com

Nicht schlimm genug, daß die Seite Java erfordert, um überhaupt dargestellt zu werden, was lächerlich ist, denn es gibt keinen einzigen einleuchtenden Grund, warum man Java für eine einfache Webseite verwenden muß, denn das kann man alles mit CSS darstellen!

Außerdem ist das ganze auch noch total schlecht umgesetzt, so daß die Funktionalität darunter nur leidet. Links sind nicht anklickbar, es wird ein Scrollbalken eingeblendet, aber der untere Pfeil am Ende des Balkens fehlt, und an einer Stelle füllt der Balken den gesamten rechten Rand aus, erscheint also sinnlos. Eine Karte mit Regionalbereichen führt zwar schön alle Bundesländer auf, aber es ist nichts anklickbar, es gibt also keine weiteren Informationen dahinter.

Richtig kurios ist aber die Rechtschreibung: Zusammengesetzte Nomen werden dort beinahe grundsätzlich mit Binnengroßschreibung geschrieben.

Dabei ensteht dann so etwas wie „TrinkWasserQualität“, „ExistenzGründer“ und „UnterNehmerHaftung“. Aber „etwas sinnvolles“ wird falsch geschrieben, korrekt ist nämlich „etwas Sinnvolles“. So etwas Einfaches weiß doch jedes Kind!

Es geht allerdings noch besser: Unter „StellenAngebote“ findet man im April 2009 (ungelogen!) einen „TeleInterNetArbeitsPlatz (TIAP)“.

Wenn diese Form der RechtSchreiBung sich durchsetzt, schreiben wir in Zukunft auf „ErdBeerKuchen mit SchlagSahne und MilchKaffee“.

Übrigens: Hat schon mal jemand so ein Konstrukt gesehen? „InterNetScout/in“

Ich finde es ja schon furchtbar, wenn eine „nicht diskriminierende“ Form statt durch Nennung bei der Formen durch das Anhängen von /in gebildet wird, was besonders häufig eben bei Stellenausschreibungen zu finden ist. Unendlich lächerlich wird’s, wenn ein englischer Begriff plötzlich so eingedeutscht wird, wie es gar nicht möglich ist.

Hilarious

Mittwoch, Februar 4th, 2009

Eben habe ich auf der Seite der Welt eine Schlagzeile gelesen:

Ext. Link Welt: Clinton und Steinmeier duzen sich

„Wie soll das gehen?“ fragen sich völlig zurecht nicht nur die Kommentatoren des Beitrages. Hillary Clinton sagt zu Frank-Walter Steinmeier sowieso „you“. Es gibt für sie ja schließlich nur diese Form der Anrede!

Oder wollte man auf den Uralt-Helmut-Kohl-Witz anspielen, der angeblich während seiner Amtszeit zum amerikanischen Präsidenten sagte: „You can say you to me.“

Vielleicht hat ja unser Außenminister Mrs. Clinton erlaubt, ihn mit „Frenk-Wolter“ statt mit „Mister Steinmeier“ anzureden.

Eine Sache wäre noch denkbar, wenn gleich ziemlich unsinnig: Herr Steinmeier hat den Übersetzern erlaubt, Hillarys „you“ als „Du“ zu übersetzen …

(Zum Wortspiel im Titel dieses Blog-Eintrags: Ext. Link Übersetzung von „Hilarious“ bei LEO.de.)

Bildungslücke?

Donnerstag, Januar 1st, 2009

Jetzt habe ich schon mehrere Wochen vorgehabt, etwas dazu zu schreiben, aber gerade eben erst fand ich den Link wieder.

In dem Artikel „Krawall war nicht unser Ziel“ des Ext. Link Tagesspiegels (aber auch in anderen Zeitungen) steht die Zeile „Bildung für alle – und zwar umsonst“, skandierten die Schüler am Mittwochmittag;

Ja, ist klar, oder? Die Bildung ist doch für viele Schüler schon völlig umsonst! Aber warum soll sie das denn gleich für alle sein?

Ich wäre ja dafür, daß Bildung kostenlos ist, und zwar vom Schulmaterial (von Heften und Stiften abgesehen) bis zum Studium! Bücher kosten schon eine Unmenge an Geld. Für einen Gymnasiasten gibt man ab der 5. Klasse im Schnitt 250 € pro Jahr aus. Die Bücher fürs Studium kosten ebenfalls eine ganze Stange Geld, und dann noch die Studiengebühren …

Wenn Bildung kostenlos wäre, würden die demonstrierenden Schüler vielleicht auch nicht mehr solche sprachlichen Fehler machen und „Bildung umsonst“ fordern.

„Zwischen den Jahren …“

Dienstag, Dezember 16th, 2008

Ich kann’s nicht mehr hören! Allenorts ist jetzt wieder von „zwischen den Jahren“ die Rede.

Was soll dieser Schwachsinn?

Ist das Jahr denn mit Weihnachten schon zu Ende? Am 26.12.? Oder vielleicht doch sogar am 1.12.? Eigentlich gibt es „zwischen den Jahren“ ja gar nicht, denn es ist der unerfaßbar kleine Zeitpunkt zwischen dem 31.12. und dem 1.1., aber eben nur genau diese Lücke. Man kann diesen Moment also eigentlich gar nicht bestimmen, geschweige den bemerken.

Geht es nach dem Einzelhandel, fängt das Jahresende ja schon Ende September an, wenn alle Geschäfte die Weihnachtsdekoration ausbuddeln, abstauben und aufstellen und Marzipankartoffeln, Dominosteine und Weihnachtsbackmischungen in die Regale gelegt werden. Dabei bemerken die Händler nicht, daß die meisten Leute die Geschenke sowieso immer erst 5 Tage vor Heiligabend kaufen gehen, und das wäre auch dann noch so, wenn man bereits im Sommer die Weihnachtsdeko aufstellen und die Leute persönlich zum Einkauf im Oktober und November einladen würde.

Im Fernsehen ist „zwischen den Jahren“ ein ganzer Zeitraum, der wohl auch immer weiter nach vorn verlegt wird und spätestens am 1.12. beginnt, um auch bloß jede mögliche Art von Jahresrückblick unterbringen zu können: Menschen des Jahres, Hits des Jahres, Flops des Jahres, Promis des Jahres, Hochzeiten des Jahres, Scheidungen des Jahres, Videos des Jahres, …

Früher gab es den Jahresrückblick im ZDF am 31.12. mit Wiederholung am Neujahrstag. Und in diesem Jahr? Am 21.12. kommt im ZDF das „Album 2008“! Und in den letzten 10 Tagen des Jahres passiert nichts mehr?

Ich erinnere an das Jahr 2004, als sich am 26.12. ein Riesentsunami, eigentlich die größte Katastrophe der letzten Jahrzehnte mit einer Viertelmillion Toten, über den Indischen Ozean ausbreitete, der nun in kaum einem Jahresrückblick auftaucht, so als hätte es dieses Ereignis gar nicht gegeben!

Dieses Jahr kommen nun vor Weihnachten auch schon Horroraussichten für das nächste Jahr dazu. Ausweitung von Rezession, Bankenkrise, Automobilkrise, Wirtschaftsrückgang in China mit starken negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft …

Naja, viele Leute haben wohl diese Woche schon Weihnachtsurlaub und sagen zu den Kollegen „Wir sehen uns dann nächstes Jahr!“, und damit ist für sie dieses Arbeitsjahr abgeschlossen. Allenfalls da könnte man die alberne Redewendung „zwischen den Jahren“ also in irgendeiner Weise verstehen. Ansonsten sollte man sie vielleicht besser vermeiden.

Astrologie im Fernsehen

Donnerstag, Dezember 4th, 2008

Tja, ich schaue gerade Folge 7 von Ext. Link Fernsehkritik.TV, genauer gesagt einen Beitrag über Astro-TV (25:45). Auf dem Sender läuft eine Sendung mit Andrea Hartmann mit ihrem „hellsichtigen RundumBlick“ (kein schöner Rechtschreibfehler).

Also zunächst finde ich daran ja am witzigsten, daß diese hellgesichtige, äh, hellsichtige Frau nicht schon vorher weiß, daß drei Sekunden vor Ende des Rückzählens (neudeutsch Countdown genannt) eine Anruferin zu ihr durchgestellt werden wird, so nach und nach ein wenig aufgeregt tut und schließlich ganz überrascht ist, und dann fragt sie „Jasmin“ auch noch nach ihrem Alter! Wofür bekommt diese Frau denn ihr Geld? Dafür konnte sie der Anruferin dann aber wenigstens in Sekundenschnelle erklären, wie ihr Leben in den nächsten zwei Jahren aussehen wird.

Naja, wie sagt der Moderator von Fernsehkritik.tv? Öfter mal abschalten. Das tue ich auch immer häufiger.