Archive for the ‘Musik’ Category

Schaltjahr?

Mittwoch, Oktober 8th, 2008

Gerade eben gesehen:

Einsendeschluß 31. November 2008

Also, ich glaube, daß jeder, der den Namen David Gilmour kennt und sich auf seine Homepage „verirrt“, weiß, daß er Gitarre spielt. Wenigstens wurde nicht gefragt, in welcher der Bands Dave Gilmour gespielt hat. A: Pink Floyd B: Take That, C: Tokio Hotel. Oder Fragen auf dem Niveau von Zuschauerspielen im Fernsehen: „Sind sie A. ein Affe oder B. ein Mensch? Sie können zwei Pfund Bananen gewinnen, wenn Sie jetzt mit der richtigen Lösung anrufen. (Ein Anruf kostet Sie 1 EUR, die Aktion bringt UNS aber bestimmt 100.000 ein!)“

Nunja, das war jetzt der Bezug zur Kategorie „Musik“, die Kategorie „Denglisch“ ist wegen der „Vinylboxes“ gewählt, denn im Deutschen heißt es immer noch Vinylboxen.

Und die Kategorie „Lustiges“ und die Überschrift für diesen Eintrag wurden gewählt, weil EMI jetzt mit Ihrem Einsendeschluß eine neue Zeitrechnung vorlegt, vielleicht, um die Weihnachtsverkäufe noch um einen Tag zu verlängern, das Spiel geht bis zum

     31. November!

Oder gibt es jetzt gar ein neues Schaltjahr? Aber dafür verlängert man doch nicht den beinahe trübsten Monat des Jahres, wäre darin nicht wenigstens als Glanzlicht mein Geburtstag! 🙂

Goodbye, Mr. Wright!

Freitag, September 26th, 2008

Ich habe erst jetzt erfahren, daß eines meiner großen musikalischen Idole gestorben ist. Keyboarder, Komponist und Pink-Floyd-Mitbegründer Richard Wright ist am 15.9.2008 im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben. Schade, daß mein Traum, Pink Floyd (ob mit oder ohne Roger Waters wäre mir egal gewesen) noch einmal live sehen zu können, unerfüllt bleibt. Ricks Tod ist aber nicht nur deshalb ein Verlust.

Den wohl schönsten Nachruf schreibt Ext. Link die Süddeutsche Zeitung. Meine Lieblingsstellen darin:

„Eine so verführerische Mischung aus Gewalt, Demut und Sarkasmus haben die Epigonen nicht mehr hinbekommen, Radiohead erscheinen im Vergleich als zu weinerlich, Coldplay als deutlich zu doof, viele andere als zu ziellos.“
und
„Heutzutage werden Songs meist von Linda Perry geschrieben, von Timbaland produziert und dann auf Horrorsendern wie Bayern 3 von Computern ausgerülpst. Es ist nicht mehr leicht nachzuvollziehen, dass es mal die Summe einer Gruppe von Bandmitgliedern war, die sich mit großer Geduld selbst überbot, bevor sie in Hybris implodierte.“

Treffender hätte man nicht darstellen können, welchen Platz Pink Floyd in der Musikgeschichte einnehmen. Und Rick Wright war ein maßgeblicher Teil davon. Auch David Gilmours Solotournee erfuhr durch seine Auftritte als Gastmusiker eine deutliche Bereicherung.

Au weia!

Mittwoch, Mai 7th, 2008

Ich habe heute in die CD von Ext. Link „Scarlett Johansson“ reingehört.

Ich weiß jetzt erst mal gar nicht so richtig, was ich dazu schreiben soll. Mir fehlen die Worte …

Es sei ihr Tribut an Tom Waits, deshalb wollte sie dieses Album mit Coverversionen aufnehmen. Ehrlich gesagt, kann ich schon mit Tom Waits nicht allzu viel anfangen. Das heißt aber nicht, daß es nicht ein paar wirklich geniale Coverversionen seiner Songs gibt. Das wiederum heißt allerdings nicht, daß Scarletts CD dazugehört!

Musikalische Untermalung? Allenfalls Alleinunterhalter-Niveau, und zwar so wie das Standard-Rhythmus-Programm einer Bontempi-Orgel aus den 70ern, aber Retro ist ja sowieso gerade mal wieder angesagt …

Qualität des „Gesangs“? Tom Waits setzt seine Reibeisenstimme immer gezielt ein, variiert die Lautstärke und pfeift darauf, daß er allenfalls mal zufällig einen Ton genau trifft. Scarlett dagegen muß sich so sehr darauf konzentrieren, die Töne zu treffen, daß ihr für Variationen keine Kraft mehr übrig bleibt. Alles hört sich daher einfach nur gelangweilt und ausdruckslos an.

Zusammen mit der Musik bleibt nur ein schlecht abgemischter Singsang, der uns wohl erspart geblieben wäre, hätte die Plattenfirma nicht durch ihren Bekanntheitsgrad als Schauspielerin bereits ein ausreichend starkes Zugpferd. Man wird das Album also mindestens an die vielen Johanssen-Fans verkaufen können. Ob diese davon begeistert sein werden, ist allerdings sehr zweifelhaft.

Ich kritisiere an der Produktion nicht nur die mangelhafte musikalische Qualität, sondern daß die Plattenfirmen lieber darauf setzen, eine sehr begabte Schauspielerin als wenig begabte Musikerin zu vermarkten, statt eine junge begabte Musikerin zu fördern.

Und dann beschwert sich die Musikindustrie auch noch über ständig rückläufige Umsatzzahlen! Sorry, aber da lade ich doch lieber kostenlos Musik bei Ext. Link Jamendo und bezahle dann, wenn mir die Musik gefällt. Davon haben Betreiber der Plattform und Musiker dann gleichermaßen mehr, als häten sie einen Major Deal bei einer Plattenfirma.