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Volksverhetzung!
In der Online-Ausgabe der
Morgenpost steht ein Artikel über „Thilo Sarrazin“, ehemaliger Berliner Finanzsenator, jetzt „Top-Banker“ in seinem Job im Bundesbank-Vorstand, und Menschenverachter.
Ich glaube, dieser Mensch ist dumm. Nicht von seinen allgemeinen Fähigkeiten, aber von der sozialen Intelligenz her ist dieser Mensch total dumm. Er ist genau genommen asozial!
Es ist völlig egal, ob alle Hartz-IV-Empfänger arbeiten wollen oder nicht. Es gibt doch gar nicht genug Arbeitsplätze!
Und um von eben diesem Problem abzulenken, wird von allen Seiten - und im Speziellen eben gerne und immer wieder von Sarrazin - auf den Hartz-IV-ern rumgehackt und Sozialneid geschürt, immer schön nach dem Motto, das wären “Leute, die nicht arbeiten wollen”. Nochmals: Es ist VÖLLIG egal, selbst wenn drei Viertel der Hartz-IV-Empfänger nicht arbeiten gehen wollten! Es gibt nicht genug Arbeit, sonst hätten wir ja nicht seit langer Zeit 4 Millionen Arbeitslose!
Übrigens sind das nur diejenigen, die nicht zwecks Schönung der Statistiken in einer “Fortbildungsmaßnahme” untergebracht sind. Wen die ARGEn “erfolgreich” in eine solche Maßnahme vermittelt haben, der wird nämlich in der Statistik der Arbeitslosen erst mal nicht mehr mitgezählt. Tatsächlich haben wir also wahrscheinlich um die 8 Millionen Arbeitslose!
Die Politik hat versagt, als Arbeitnehmer zu Lasten der Rentenkassen frühverrentet wurden, weil Maschinen ihre Arbeit übernahmen. Und seitdem müssen eben immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Rentner und Arbeitslose finanzieren, weil das System nicht angepasst wurde. Eine Maschinensteuer hätte vielleicht geholfen. So haben sich die Arbeitgeber darüber gefreut, daß sie mehr Profite machen, denn Arbeitnehmer kosten ja angeblich viel Geld!
Und später produzierte man nicht mal mehr in D, sondern im Ausland, weil der Profit immer noch nicht ausreichte. Gier ist eben auch geil, zumindest für Herstellerfirmen.
Aber wer soll denn nun die ganzen Waren kaufen, wenn im Land keiner mehr genug Geld hat und eigentlich alle immer ärmer werden?
Angeblich sind unsere Löhne und Gehälter ja zu teuer. Hört man ja ständig von allen Seiten. “Tarifabschlüsse müssen moderat ausfallen, um bloß das zarte Wachstumspflänzchen nicht eingehen zu lassen.” sind Sprüche, die man oft liest, wenn es um Lohn- und Gehaltserhöhungen geht.
“Hohe Löhne machen deutsche Produkte viel zu teuer!”
Ach … Wie passt das damit zusammen, daß wir jahrelang unangefochten Export-Weltmeister waren?
Unsere Arbeitnehmer sollen also mehr und mehr arbeiten, damit auch die vielen Arbeitslosen bezahlt werden können, aber bitte schön ohne Gehaltserhöhungen auskommen!
Und warum jammern dann am lautesten die Manager, daß sie im Ausland ja noch viel mehr Geld verdienen könnten?
Na, fällt der Groschen langsam?
Beim nächsten Mal also etwas nachdenken, wenn wieder jemand über die arbeitsscheuen Hartz-IV-Empfänger schimpft und Stammtischparolen herausprahlt, denen man nur zu gerne zustimmen möchte …
Noch etwas, bevor jemand denkt, daß man tatsächlich „durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern“ könne, so wie Sarrazin das meint: Kinder bekommen pauschal nur 60% des Hartz-IV-Regelsatzes, wobei allerdings nicht berücksichtigt wird, daß Kinder öfter neue Kleidung und Schuhe benötigen als Erwachsene, weil sie nämlich noch wachsen. Und Schulsachen (Bücher sind zwar kostenlos, aber nicht die sonstigen Materialien!) sind ebenfalls nicht mit drin, und die sind teilweise ja sauteuer. Was auch gar nicht berücksichtigt wird, sind z. B. Windeln für Babys!
Und von diesen 60% wird das gezahlte Kindergeld abgezogen, es gibt also nur 207 EUR pro Kind! Und das soll den Lebensstandard erhöhen? Herr Sarrazin, ich empfehle eine Neujustierung Ihres Realitätswahrnehmungsmoduls! Würden IHRE Kinder auch nur einen Monat lang von 207 EUR leben können?
Hauptsache, man wiegelt alle Bevölkerungsgruppen immer wieder gegeneinander auf, damit sie sich nicht zusammenschließen und eine kleine Revolution starten. In Frankreich wäre man schon längst wegen der Hartz-Gesetze gemeinsam auf die Straße gegangen, hier wird aber höchstens gemeinsam gejammert, und hinterher streitet man sich wieder.
15.12.2009 bei 08:04
Zustimmung auf ganzer Linie
Besser hätte man die bundesdeutsche Realität nicht darstellen können. Statt hervorzuheben, wie viele Menschen hierzulande als sogenannte Aufstocker arbeiten, obwohl sie teilweise finanziell schlechtergestellt sind, wie wenn sie einfach nichts tun würden, wird immer wieder der Versuch unternommen, einzelne krasse Beispiele des Sozialbetrugs herauszustellen. Und als ob dies nicht schon genügen würde, versteigen sich tatsächlich Politiker zu der Behauptung, mit 350 Euro im Monat könne man sich ausreichend ernähren. Solche Sätze, von Leuten produziert, die eine Besoldung im fünfstelligen Bereich genießen untergraben erfolgreich jeglichen Solidaritätsgedanken und sollen ganz offensichtlich auch diesen Effekt auslösen. Wer heute in den “Genuss” von Hartz IV gerät, kennt die völlig realitätsferne Berechnung des Regelsatzes in und auswendig. Natürlich kann man sich von diesem Betrag ausreichend ernähren, wenn es denn nur um Ernährung ginge. Doch kein Wort darüber, dass so mancher Hartz IV-Empfänger seine Mietnebenkostennachzahlung im neuen Jahr in Raten an seinen Vermieter abstottern muss, weil er angeblich unangemessen wirtschaftete, kein Wort darüber, dass viele von dem Geld noch zwei oder mehr Raten abstottern, um keine Privatinsolvenz leisten zu müssen, ezt., pp. Dies alles soll gewährleisten, es dem, oft ohne jegliche Eigenverschuldung arbeitslos Gewordenem, den Hartzstatus so unbequem als möglich zu machen und der Wirtschaft in immer haarsträubenderem Entgegenkommen neue Arbeitssklaven, sprich Aufstocker, zur Verfügung zu stellen. Man sollte nicht vergessen, wem dies zu Verdanken ist. Nämlich einer Regierung, deren Vorsitzender heute als großer Staatsmann gefeiert wird, dieweil er diesen Staat sechzehn Jahre lang ungehindert finanziell an die Wand fahren durfte. Noch nie zuvor, seit ende des Krieges, wurde derart dreist mit der Baggerschaufel Geld durch den Kamin gejagt, als zu Zeiten der Kohl-Regierung. Die heutige Zweiklassengesellschaft, aufgeteilt in Arm und Reich, ist diesen Jaren zu verdanken. Vergessen wir nicht: Als Helmut Schmitt gestürzt wurde, wies dieser Staat ein Defizit von gerade mal 45 Milliarden Euro auf. Aus historischer Perspektive betrachtet, handelte es sich hierbei um den berühmten Kaffee- oder Portokassen-Witz. Was machte Helmut Kohl in gerade mal der doppelten Amtszeit daraus: Das 32-fache an Schulden, nämlich 1,4 Billionen Euro, mit zum Teil aberwitzigen Projekten. Jeder Manager wäre damals längst in Zwangsrente geschickt worden, aber nicht so unser damaliger Regierungschef. Hartz IV ist leider nur ein Aspekt, den wir den damaligen Jahren zu verdanken haben und leider werden es wohl noch Dutzende Generationen in der Zukunft nicht erleben, dass sich dieser Staat von diesem 16-jährigen, unglaublichen Missmanagement, erholt. Und wie immer, wenn Politiker auf ganzer Linie versagen, dürfen es diejenigen ausbaden, von denen man die wenigste Gegenwehr erwartet.