Sie befinden sich aktuell in den Michael Spohns Blog Blog-Archiven für den folgenden Tag 16.12.2008.
- Allgemein (32)
- Apostroph-Katastrophen (17)
- Denglisch (29)
- Deppenleerzeichen (16)
- Film + Fernsehen (11)
- Lustiges (53)
- Musik (3)
- Nachgedacht (20)
- Politik (6)
- Spam-"Kunst" (11)
- Sprachliche Kuriositäten (53)
- Star Trek (2)
- 24.8.2011: Loriot ist tot!
- 14.5.2011: Ebay-Reperateur (Schreibweise nur von ihm selbst übernommen!)
- 1.5.2011: Entfernt?
- 1.5.2011: Ja oder nein?
- 25.4.2011: Deutsch to go
- 24.3.2011: Immer open für Neues
- 3.2.2011: Schwere Last
- 14.12.2010: aufpASSEn!
- 3.10.2010: kostenloser Umtausch
- 30.9.2010: Nur Gebogenes?
- August 2011
- Mai 2011
- April 2011
- März 2011
- Februar 2011
- Dezember 2010
- Oktober 2010
- September 2010
- Juli 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Oktober 2009
- September 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- Januar 2007
- November 2006
- Oktober 2006
- September 2006
- August 2006
- März 2006
- Januar 2006
- Oktober 2005
- Juli 2005
- Juni 2005
- Dezember 2004
Archive für 16.12.2008
“Zwischen den Jahren …”
16.12.2008 by michael.
Ich kann’s nicht mehr hören! Allenorts ist jetzt wieder von „zwischen den Jahren“ die Rede.
Was soll dieser Schwachsinn?
Ist das Jahr denn mit Weihnachten schon zu Ende? Am 26.12.? Oder vielleicht doch sogar am 1.12.? Eigentlich gibt es „zwischen den Jahren“ ja gar nicht, denn es ist der unerfaßbar kleine Zeitpunkt zwischen dem 31.12. und dem 1.1., aber eben nur genau diese Lücke. Man kann diesen Moment also eigentlich gar nicht bestimmen, geschweige den bemerken.
Geht es nach dem Einzelhandel, fängt das Jahresende ja schon Ende September an, wenn alle Geschäfte die Weihnachtsdekoration ausbuddeln, abstauben und aufstellen und Marzipankartoffeln, Dominosteine und Weihnachtsbackmischungen in die Regale gelegt werden. Dabei bemerken die Händler nicht, daß die meisten Leute die Geschenke sowieso immer erst 5 Tage vor Heiligabend kaufen gehen, und das wäre auch dann noch so, wenn man bereits im Sommer die Weihnachtsdeko aufstellen und die Leute persönlich zum Einkauf im Oktober und November einladen würde.
Im Fernsehen ist „zwischen den Jahren“ ein ganzer Zeitraum, der wohl auch immer weiter nach vorn verlegt wird und spätestens am 1.12. beginnt, um auch bloß jede mögliche Art von Jahresrückblick unterbringen zu können: Menschen des Jahres, Hits des Jahres, Flops des Jahres, Promis des Jahres, Hochzeiten des Jahres, Scheidungen des Jahres, Videos des Jahres, …
Früher gab es den Jahresrückblick im ZDF am 31.12. mit Wiederholung am Neujahrstag. Und in diesem Jahr? Am 21.12. kommt im ZDF das „Album 2008“! Und in den letzten 10 Tagen des Jahres passiert nichts mehr?
Ich erinnere an das Jahr 2004, als sich am 26.12. ein Riesentsunami, eigentlich die größte Katastrophe der letzten Jahrzehnte mit einer Viertelmillion Toten, über den Indischen Ozean ausbreitete, der nun in kaum einem Jahresrückblick auftaucht, so als hätte es dieses Ereignis gar nicht gegeben!
Dieses Jahr kommen nun vor Weihnachten auch schon Horroraussichten für das nächste Jahr dazu. Ausweitung von Rezession, Bankenkrise, Automobilkrise, Wirtschaftsrückgang in China mit starken negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft …
Naja, viele Leute haben wohl diese Woche schon Weihnachtsurlaub und sagen zu den Kollegen „Wir sehen uns dann nächstes Jahr!“, und damit ist für sie dieses Arbeitsjahr abgeschlossen. Allenfalls da könnte man die alberne Redewendung „zwischen den Jahren“ also in irgendeiner Weise verstehen. Ansonsten sollte man sie vielleicht besser vermeiden.
Geschrieben in Sprachliche Kuriositäten | 2 Kommentare »