Archive for Mai, 2008

Öffentliche Aufbahrungen

Freitag, Mai 23rd, 2008

Bald ist es wieder so weit. Fußball-EM!

The „Männer in Kleidern“ with „Leichensäcke“ on their backs will drive in their „alten Hasen“ to the „Hinter-Laden“ and then they’ll go to the „öffentliche Aufbahrung“.

Wie bitte? Das klingt lächerlich? Wäre aber die korrekte „Übersetzung“ des Satzes, daß „Dressmen“ mit „Body Bags“ auf ihren Rücken in ihren „Oldtimern“ zum „Back-Shop“ fahren, und dann werden sie zum „Public Viewing“ gehen.

Wir Deutschen sind nämlich Fachleute dafür, falsches Englisch zu erfinden, also Begriffe, die es im Englischen so nicht gibt, oder die tatsächlich eine völlig andere Bedeutung haben. Darüber machen sich die Engländer dann ganz zurecht lustig.

Und würden die Engländer falsche deutsche Begriffe erfinden oder falsch verwenden, würde sich das so anhören wie eingangs geschrieben.

Zu erwähnen seien auch noch mal der „Barkeeper“, der auf englisch „bartender“ heißt und der „Talkmaster“ („talk show host“). Der sogenannte „Beamer“ ist im Englischen ein einfacher „projector“. Die „deutschen“ Begriffe existieren so überhaupt nicht. Und über das „Handy“ lasse ich mich heute mal nicht aus.

Besonders bedenklich finde ich, daß viele Deutsche dummes Denglisch-Marketing-Geblubber für korrektes Englisch halten und sich andererseits über Ausländer lustig machen, die nicht richtig Deutsch sprechen.

Tja, man sollte eben doch erst mal vor der eigenen Türe kehren!

Siehe dazu auch bei der Deutschen Welle den Artikel Ext. Link Zur WM wird „Denglish“ gesprochen

HTML-Akrobatik

Freitag, Mai 23rd, 2008

Gerade las ich auf einer Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, als ich auf diese Zeile stieß:

Abkürzung u.a. erst im HTML-Title ausgeschrieben

Da steht also im Text ein unterstrichenes „u. a.“, und wenn man mit der Maus darüberfährt, wird einem die Langfassung angezeigt.

Im Quelltext liest sich das so:

Auskunft über die einzelnen Branchen gibt <abbr title="unter anderem">u.a.</abbr> das Statistische Bundesamt.

Jetzt frage ich mich, wo der Vorteil liegen soll, den der „Programmierer“ sah, als er dieses Konstrukt wählte, anstatt gleich zu schreiben Auskunft über die einzelnen Branchen gibt unter anderem das Statistische Bundesamt.

Wollte er zeigen, wie gut er die neuere Funktion „abbr“ aus HTML 4 beherrscht? Wollte er unbedingt Platz sparen, indem er das lange „unter anderem“ durch das so extrem viel kürzere „u. a.“ ersetzte, dem völlig Dummen aber trotzdem die Möglichkeit an die Hand geben zu erfahren, was diese im BMWI wohl seltene und ohne nähere Erklärung total unbekannte Abkürzung ausgeschrieben heißt?

Wir werden es nie erfahren …

Hollywood Super Bowling: Drei Worte, drei Fehler

Donnerstag, Mai 8th, 2008

Nochmals Dank an Simon Bürner für die Fotos aus diesem und dem letzten Eintrag.

Diese beiden Bilder stammen aus dem „Hollywood Super Bowling“ in München.

Montag's Trioliga

Das erste Bild enthält nur den Apostrophfehler, denn „Montags Trioliga“ wäre in Ordnung.

BSV Mittwoch's Liga

Das zweite enthält aber anscheinend auch noch ein Deppenleerzeichen, wenn es denn „BSV Mittwochsliga“ heißen soll. Ansonsten könnte es nur noch „Mittwochs BSV-Liga“ heißen, und dann wären es ja sogar drei Fehler.

Also, ich weiß ja nicht … Weise ist das nicht!

Donnerstag, Mai 8th, 2008

Simon Bürner war vorgestern so nett, mir ein paar Fotos zu schicken. Das erste gibt’s hier:

Einlass nur mit Ausweiß

Eiweiß, Deckweiß, Cremeweiß, Perlweiß, Altweiß kenne ich ja alles. Aber Ausweiß? Das war mir neu.

Au weia!

Mittwoch, Mai 7th, 2008

Ich habe heute in die CD von Ext. Link „Scarlett Johansson“ reingehört.

Ich weiß jetzt erst mal gar nicht so richtig, was ich dazu schreiben soll. Mir fehlen die Worte …

Es sei ihr Tribut an Tom Waits, deshalb wollte sie dieses Album mit Coverversionen aufnehmen. Ehrlich gesagt, kann ich schon mit Tom Waits nicht allzu viel anfangen. Das heißt aber nicht, daß es nicht ein paar wirklich geniale Coverversionen seiner Songs gibt. Das wiederum heißt allerdings nicht, daß Scarletts CD dazugehört!

Musikalische Untermalung? Allenfalls Alleinunterhalter-Niveau, und zwar so wie das Standard-Rhythmus-Programm einer Bontempi-Orgel aus den 70ern, aber Retro ist ja sowieso gerade mal wieder angesagt …

Qualität des „Gesangs“? Tom Waits setzt seine Reibeisenstimme immer gezielt ein, variiert die Lautstärke und pfeift darauf, daß er allenfalls mal zufällig einen Ton genau trifft. Scarlett dagegen muß sich so sehr darauf konzentrieren, die Töne zu treffen, daß ihr für Variationen keine Kraft mehr übrig bleibt. Alles hört sich daher einfach nur gelangweilt und ausdruckslos an.

Zusammen mit der Musik bleibt nur ein schlecht abgemischter Singsang, der uns wohl erspart geblieben wäre, hätte die Plattenfirma nicht durch ihren Bekanntheitsgrad als Schauspielerin bereits ein ausreichend starkes Zugpferd. Man wird das Album also mindestens an die vielen Johanssen-Fans verkaufen können. Ob diese davon begeistert sein werden, ist allerdings sehr zweifelhaft.

Ich kritisiere an der Produktion nicht nur die mangelhafte musikalische Qualität, sondern daß die Plattenfirmen lieber darauf setzen, eine sehr begabte Schauspielerin als wenig begabte Musikerin zu vermarkten, statt eine junge begabte Musikerin zu fördern.

Und dann beschwert sich die Musikindustrie auch noch über ständig rückläufige Umsatzzahlen! Sorry, aber da lade ich doch lieber kostenlos Musik bei Ext. Link Jamendo und bezahle dann, wenn mir die Musik gefällt. Davon haben Betreiber der Plattform und Musiker dann gleichermaßen mehr, als häten sie einen Major Deal bei einer Plattenfirma.