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Übertreibung …
Beim „Verein deutsche Sprache“ gibt es einen
Anglizismenindex.
Liebe Leute vom VDS,
man kann es auch übertreiben! Wenn Ihr so sehr für den Erhalt der deutschen Sprache einsetzt, dann muß auch das undeutsche Wort „Index“ auf den Index der nicht zu verwendenden Wörter!
So im Großen und Ganzen habt Ihr ja durchaus recht, denn vor allem die Werbebranche erfindet eine Sprache, die wir selber nicht mehr verstehen, und dann kommen solche Stilblüten wie der „body bag“ oder der „backshop“ dabei heraus.
Aber Ihr selbst müßt es doch auch richtig machen! Ein „Baby an Bord“ ist eben kein „Kind im Auto“. Ein Baby ist kein Kind, sondern ein Kleinkind oder sogar ein Kleinstkind, ein Säugling. Und „an Bord“ ist bereits deutsch, das kann man nicht mit „im Auto“ übersetzen und gleichsetzen, auch wenn der Aufkleber in 99% aller Fälle an einem Auto klebt …
Also bitte etwas mehr Sorgfalt, sonst kann ich Euch genauso wenig ernst nehmen wie die Leute, die sich in Eurem Forum für den Reinerhalt der deutschen Sprache einsetzen, selbst aber gruseligste Rechtschreibschwächen ihr Eigen nennen oder nicht mal in der Lage sind, die Großschreibtaste einzusetzen, dabei ist die Groß- und Kleinschreibung eines der markantesten Merkmale der deutschen Schriftsprache!
Außerdem sieht mir Euer Anglizismen-Index eher nach einem Wörterbuch „Englisch-Deutsch“ aus. Darin stehen angebliche Anglizismen, die habe ich so noch nie gehört. Wer sagt denn zum Beispiel in einem deutschen Satz „habit“?
Oder sollen das gar Vorschläge zur Erweiterung der deutschen Sprache sein?
Mein Tip: Nicht so verbissen „kämpfen“, das wirkt teilweise lächerlich und bisweilen grotesk (hoppla, schon wieder so ein ausländisches, dieses Mal aber französisches Wort!).