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Alle Weihnachten wieder … Julklapp
Meine Tochter kam letztens aus der Schule nach Hause und sagte, daß sie auch dieses Jahr (und auch in dieser für sie neuen Schule) wieder “Wichteln” würden. Nun ist “Wichteln” ein anderer Begriff für das gefürchtete “Julklapp”, und ja, es ist leider auch heute immer noch nicht aus der Mode gekommen.
“Julklapp”: Immer hat irgendein Idiot mein Namenskärtchen gezogen, und dann gab es so tolle Weihnachtsgeschenke wie die olle Tasse, die der- oder diejenige im letzten Jahr von Großtante Erna geschenkt bekommen hatte, und nun war er oder sie froh, daß er oder sie diesen bescheuert grinsenden Elch, was eher nach totaler Gesichtslähmung aussah, endlich wieder los war. Dazu gab es dann zwei Bleistifte und einen gebrauchten Anspitzer, zwei total vertrocknete Dominosteine und einen labberigen Spekulatius. Wahrscheinlich wurde der Inhalt ebenfalls vor einem Jahr von Tante Erna geschenkt und gar nicht erst aus der Tasse genommen!
Ich wußte ja, daß ich nicht allzu beliebt war, aber warum mußte mein Namenskärtchen immer von jemand gezogen werden, der mich hasste? Also begann ich quasi aus Rache, selbst “Julklapp” zu hassen.
Und danach war es jedes Jahr dasselbe: Die Klassenlehrerin (in der Grundschule hatten wir immer eine Klassenlehrerin) fragte, was wir denn “Schönes” zu Weihnachten machen wollten, und jedes Mal sagte eines dieser gutaussehenden und bilderbuchhübschen, dafür aber strunzdummen Mädchen mit einem naiven, freudestrahlenden Funkeln in den Augen: “Julklapp!”
Mir schnürte ja bereits die Frage der Lehrerin die Kehle zu, aber bei der Antwort verpasste mir das ein Gefühl, als würde mir ein Pflock ins Herz getrieben werden.
Aber ich muß zugeben, ich war froh, daß ich genau dieses Mädchen beschenken durfte, und noch viel froher war ich, diese bescheuerte Elchtasse selbst wieder loszuwerden zu können.
Dumm daran war nur, daß diese blöde Kuh Elche “total süß” fand und sich sogar über den Anspitzer freute, weil ihrer gerade kaputt gegangen war. Welch eine Schmach … Ich hasse “Julklapp”.