Archive for August, 2006

Totales Erstaunen!

Mittwoch, August 23rd, 2006

Neulich habe ich bei Pearl diese Werbung gesehen:

Ring-Flaschenöffner bei pearl.de

Irgendwie gefällt mir der Spruch: „Ihre Freunde jedenfalls werden staunen!“

Aber was denken die eigentlich, was ich für dumme Freunde habe? Na gut, ich fühle mich von der Werbung nicht angesprochen, also geht es wohl auch nicht um meine Freunde.

Dann mal anders gefragt: Wie anspruchslos dumm müsste ein Mensch sein, daß er davon beeindruckt sein sollte, wenn jemand mit einem Ring eine Flasche öffnet? Oder denken die bei Pearl gar noch, daß jemand auf die Idee käme, man würde die Flasche mit der bloßen Hand öffnen?

„Ey, Alda! Boah, endgeil krass, ey! Wie hasten das jetz gemacht? Hohohooahh! Ich bin voll perplezt, so was habbich ja noch nie gesehen. Check this out, man!“

„Na, dann wadde doch ersma ab, wie ich mir nachher mit der Kneifzange die Socken ausziehe, ey. Das widdich echt umhaun!“

Gib mir all Dein Gold! (Teil 2)

Dienstag, August 22nd, 2006

Wir trinken nicht viel Kaffee. Aber ab und zu möchte man doch mal schnell einen frisch aufgebrühten Kaffee haben, und so sind wir vor einiger Zeit Besitzer einer Senseo geworden, weil die Pads auf Dauer nicht so teuer sind, als wenn man dann ein Paket alten Kaffee wegwirft.

Wir trinken aber nicht so gerne den Senseo-Kaffee von Douwe Egberts, also haben wir dann immer die Pads von Jacobs gekauft. Da stand auf der Packung der Spruch: „Aus patentrechtlichen Gründen werden unsere Kaffeepads zur Zeit nicht für die Verwendung in Kaffeepadmaschinen der Marke Philips/Senseo angeboten.“

Es gibt da wohl ähnliche Patentstreitigkeiten wie zwischen den Tintenstrahldruckerherstellern und den Drittherstellern von Tinte. Die wollen auch ihre Flüssigkeiten mehrfach in Gold aufrechnen lassen, also warum nicht auch Kaffee richtig teuer bezahlen lassen? So wird dann die FOrm des Pad kurzerhand patentiert, und keiner darf solch ein Pad ohne Lizenzgebühren nachproduzieren. Und wenn ein anderes Pad trotzdem passt, aber nicht dem patentierten entspricht, dann klagt man eben gegen den Hinweis, daß die Pads trotzdem passen.

Seit kurzer Zeit steht auf der Jacobs-Kaffeepad-Packung nun der Spruch: „Nicht geeignet für Senseo- und Petra-Kaffeepadmaschinen.“ Sinnigerweise ist das zurzeit noch nur ein Aufkleber, der den anderen Spruch überklebt. Man darf also nicht darauf hinweisen, daß der ganze Schwachsinn aufgrund von Patentstreitigkeiten passiert, sondern man darf nur sagen, daß sie nicht für die Maschinen nicht geeignet sind, obwohl sie immer noch passen!

An Philips und Douwe Egberts: Gewinnmaximierungsabsicht muß nicht in grenzenloser Geldgeilheit enden!

Nachfolgend kommen noch ein paar Scans …

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Steinbrücks tolle Ideen (Hoffentlich gibt es keine Fortsetzung!)

Sonntag, August 20th, 2006

Peer Steinbrück, Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland in der großen Koalition von 2005 (bis 2007 ? 🙂 , war bis neulich noch im Urlaub. Und gegen Ende seines Urlaubs muß es wohl gewesen sein, da gab er der großen deutschen Zeitschrift „Hörzu“ ein Interview.

Der Kernsatz bezüglich der notwendigen privaten Altersvorsorge war: „Das heißt: Wir müssen im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen.“ Gleichzeitig sagte er, daß er bereits wüßte, daß man für solch unpopuläre Äßerungen öffentlich ganz schön verhauen werden könne. (Aber, aber! Warum denn das, Peer? Wenn Du und alle anderen Politiker auf Urlaub verzichten und für unser aller Altersvorsorge spendieren werdet, dann werden wir Euch doch nicht verhauen!)

Es sollte eigentlich jedem klar sein! Und das ist sogar jedem klar, der nicht in Deutschland wohnt und arbeitet!

Das Problem ist nur, daß ich mir das wirklich gar nicht leisten kann!

Als popeliger kleiner Buchhalter bekam ich seit 2001 keine Gehaltserhöhung, weil es der Wirtschaft weder unter CDU- noch unter SPD-Regierung noch unter der großen Koalition gut genug geht, damit meine Chefin weiter Tarifgehalt zahlen kann. Im Gegenteil: Weihnachtsgeld wurde gestrichen, und Ihr Politiker habt das sogar gutgeheißen, obwohl Ihr mit den Steuereinnahmen daraus gerechnet habt! Also bringe ich jetzt gerade noch so viel Geld nach Hause, daß es für die Ernährung einer Familie mit 4 Mitgliedern genügt. Noch!

Jetzt noch mal kurz an den Eintrag eins weiter oben gedacht: Wir geben dieses Jahr zirka 300 EUR für Schulsachen aus, und das ist ja erst die Erstausstattung zum Beginn des Schuljahres!

Windeln für unseren Jüngsten sind mit 16% Mehrwertsteuer (ab nächstem Jahr 19%!) zu bezahlen, während Katzen- und Hundefutter als Lebensmittel mit ermäßgten 7% besteuert werden. Tolle Familienförderung, die offensichtlich lieber Haustierchen subventioniert. Nichts gegen Haustiere, aber zahlen die irgendwann mal irgendetwas in die Rentenkassen ein?

Gas und Strom sind in den letzten zwei Jahren um 40% teurer geworden, und obwohl wir beim Verbrauch sparen, bezahlen wir bereits jetzt 50 EUR mehr im Monat an Vorauszahlungen, und die nächste Preisrunde steht kurz bevor!

Wir haben statt zwei Autos nur noch eines, das auch noch deutlich weniger verbraucht als jedes einzelne der beiden alten Autos. Finanziert wurde es zum Teil von unseren Eltern und Großeltern! Trotzdem haben wir keinen Spareffekt, weil die Spritpreise vor allem auch durch die Ökosteuer massiv gestiegen sind.

Ich bin chronisch krank, muß also schon nicht ganz so viel an Zuzahlungen leisten, aber 1% vom Brutto zusätzlich zum Krankenkassenbeitrag sind auch reichlich viel Geld! Vor allem muß man ja bedenken, daß ich mindestens einmal pro Monat 25km zum nächsten Facharzt fahren muß, Und ab nächstem Jahr wir der Krankenkassenbeitrag dann schon wieder erhöht, was sich dann paradoxerweise „Reform“ nennt, aber der Begriff ist wohl durch Politiker nun anderweitig belegt, als er dem eigentlichen Sinn nach noch im Duden steht!

Genauso ist es wirklich keine „Stärkung der Eigenverantwortung“, wenn ich für meine chronische Erkrankung einen sehr großen Teil selbst bezahlen darf! Ich werde nirgends „gestärkt“, und es liegt auch nicht in meiner eigenen Verantwortung! Es zieht mir nur Geld aus der Tasche, das diejenigen Leute mehr haben, die keine Krankheit haben!

Dummerweise bekomme ich als chronisch Kranker (ja, ich bin sogar schwerbehindert, 60% bis 2016!) natürlich auch keinen gutbezahlten Arbeitsplatz, obwohl meine Leistungen als herausragend bescheinigt werden. Es könnte ja sein, daß ich doch mal krank werde, und jedes Jahr 6 Wochen zusätzliche Lohnfortzahlung und 5 Tage Sonderurlaub bindet sich kein Arbeitgeber ans Bein. Dumm gelaufen! So verdiene ich eben knapp mehr, als wenn wir Hartz 4 beziehen würden.

So, das nur mal zu einem Teil der Kosten, die einer Familie mit Kindern gegenüber Leuten ohne Kinder mehr entstehen!

Herr Steinbrück, vielleicht könnten Ihre Mitarbeiter uns mal sagen, wo wir nun so viel Geld herbekommen, daß wir uns davon einen Urlaub leisten können, den wir dann für die Altersvorsorge streichen? Ich als Buchhalter kann es nicht, denn wenn die Ausgaben trotz Sparmaßnahmen steigen, während das Einkommen sinkt (allein schon die vom Staat verursachten Beitragserhöhungen in der Krankenversicherung der letzten Jahre machen uns finanziell extrem zu schaffen!), dann kann man nur noch kapitulieren!

Übrigens: Ich hätte ja sehr gerne betriebliche Altersvorsorge, aber wenn mein Betrieb schon nicht genug Geld für normale Gehaltserhöhungen aufbringen kann, wie sollte er dann zusätzlich eine Altersvorsorge für mich abschließen?

Ich könnte nun natürlich selbst auf Gehalt verzichten und dieses arbeitnehmerfinanziert in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen lassen. Das Rechenbeispiel (es ist übrigens nicht mein Gehalt, das ist leider deutlich niedriger!) ist ja einfach:

Aktuelle Gehaltsabrechnung:

3.000,00 € monatliches Brutto
– 636,73 € Steuern (inkl. Soli + Ki.-St.)
– 660,00 € Sozialabgaben
= Nettogehalt 1.703,27 €

Mit Direktversicherung:

3.000,00 € brutto
– 100,00 € Direktversicherungsbeitrag
– 600,02 € Steuern
– 638,00 € Sozialabgaben
= Nettogehalt 1.661,98 €

Differenz zwischen alten und neuem Gehalt: -41,29 €

Ist doch super! Ich verzichte netto lediglich auf 41,29 EUR und zahle trotzdem volle 100 EUR in die Altersvorsorge ein!

Wenn da nicht der folgende Fehler wäre: Ab 2008 ist das so nämlich nicht mehr möglich, weil dann Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit für arbeitnehmerfinanzierte betriebliche Altersvorsorge wegfallen! Ab dann muß ich die 100 EUR aus dem Netto aufwenden, bezahle also 58,71 EUR mehr pro Monat.

Das ist eine Ungleichbehandlung gegenüber jemandem, dem der Arbeitgeber diesen Betrag oben aufs Gehalt drauflegt. Allerdings ist das noch nicht alles, denn für die Auszahlungen aus der Rentenversicherung, die dann aus meinen bereits versteuerten Beträgen geleistet wurden, ist die volle Steuer zu bezahlen. Eine Doppelbesteuerung meines Geldes, dafür, daß ich auch noch selbst betriebliche Altersvorsorge betreiben will? Das ist doch dann eine eher betrübliche Altersvorsorge!

Gib mir all Dein Gold!

Samstag, August 12th, 2006

Los geht’s mit dem Thema Tintenstrahldrucker. Tinte kann ja bekanntlich mehrfach in Gold aufgewogen werden, wie man an meinem Beispiel sieht:

Neulich war ich bei Staples, für meine Tochter Schulmaterial für die fünfte Klasse kaufen, was uns insgesamt locker mehrere hundert Euro kosten wird. Nur gut, daß wir nicht auch noch Schulgeld bezahlen müssen. (Nachtrag: Das sollte ich wohl besser nicht zu laut sagen, sonst klaut mir am Ende noch ein gewisser Herr Steinbrück diese dumme Idee nach seinem nächsten Urlaub!)

Bei Staples nun sah ich einen Canon ip4200 für sage und schreibe nur noch 89 EUR. Geil! Mein i865 hat „damals“ immerhin noch satte 100 EUR mehr gekostet!

Der ip4200 zeichnet sich durch eine sehr praktische Form aus. Man kann einfach alles zu- bzw. hochklappen, und der Drucker ist obenauf flach. Er läßt sich von außen mit Sicherheit deutlich besser reinigen als mein i865, dessen Gehäuse oben gewölbt ist und der auch sonst ziemlich viele unpraktische Ecken und Kanten hat, an denen sich der Staub fängt.

Desweiteren muß man beim i865 zum Bedrucken von DVDs immer noch einen Extra-Vorsatz am Drucker montieren, der mit der Zeit allerdings ausleiert, so daß das Tray, auf dem die DVD befestigt wird, mittlerweile per Hand unterstützt werden muß. Beim ip4200 legt man einfach nur das Tray ein, nachdem man eine Klappe heruntergeklappt hat. Es hätte auf den ersten Blick nur Vorteile, dieses neue Druckermodell zu besitzen.

Da könnte man also auf die Idee kommen, den alten bei Ebay zu verhökern und einen neuen zu kaufen. Und ich war doch sehr erstaunt, daß man mit einem gebrauchten i865 (oder auch dem Modell ip3000) Preise erzielen kann, die deutlich über dem Kaufpreis des ip4200 liegen!

Allerdings war ich doch nur ganz kurz erstaunt, bis ich nämlich sah, daß der Vorzug des i865 oder des ip3000 ist, daß sie mit Tintentanks von Drittherstellern betrieben werden können. Beim ip4200 ist das nicht mehr möglich, weil dessen Tanks mit Chips „gesichert“ sind. Eine Ladung Tinte für den i865 kostet mich vom guten Dritthersteller Pelikan nur 19,90 EUR. Eine Ladung für den ip4200 dagegen würde mich, weil ich die Tinte von Canon kaufen müßte, über 50 EUR kosten! Da ist es doch kein Wunder, wenn ich bei Ebay für den i865 mehr bekäme, als ich für einen neuen bezahlen mü&szig;te.

Also: nein, danke. Ich behalte meinen alten, unpraktischen i865, der sich schlecht abstauben läßt, und den ich beim Bedrucken von DVDs per Hand unterstützen muß. Ich habe nämlich keinen Goldscheisser im Keller, mit dem ich das teure Canon-Gold … äh, die Tinte bezahlen könnte!